Was ist TUINA
(Die Chinesische Manuelle Medizin)
Der chinesische Begriff für die traditionellen manuellen Therapieformen lautet TUINA.
TUINA ist eine selbständige Therapieform und hat innerhalb des Konzeptes der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) einen hohen Stellenwert.

Historische Entwicklung:
Diese Behandlung hat eine 5000-jährige Tradition,
deren Entwicklung zur eigenständigen Therapie und schriftliche Überlieferung vor etwa 2000 Jahren einsetzte.
Zwischen 220 und 265 n. Chr. Entwickelt sich das manuelle Heilen zu einer eigenständigen Methode.
In der Tang-Zeit, 618-907 n. Chr., wird eine Kinder- und Säuglingserkrankungen, systematische Selbstbehandlung eingeführt, die auch der Krankheitsprävention dient. In dieser Hochblüte der chinesischen Kultur bereichert diese Heilkunst auch die benachbarten Länder Japan, Korea und Indien.
Zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert entsteht aus der Synthese verschiedener Entwicklungslinien eine Disziplin, die während der Ming-Dynastie (1368-1644) zum Lehrfach an der kaiserlichen medizinischen Schule avanciert.
Seit 1979 gibt es in China eine staatlich geregelte 5-jährige Ausbildung zum Diplom an etwa 10 universitären Lehrstätten.

Was ist die TUINA Therapie?
Aus der Sicht der westlichen manuellen Medizin:
Unter dem heutigen Begriff TUINA werden Schiebe- und Reibetechniken verstanden, die sowohl Akupressur, als auch Variationen der Druckbehandlungen der Meridian-Punkte (mit dem Finger, der Faust, dem Ellenbogen etc.) enthalten, einschließlich der Sonderpunkte (lokale, ferne und diagonale) und verschiedener manueller Meridianregulationen, sowie Mobilisations- und Dehntechniken der Gelenke und Muskeln. Dieses System schließt selbständige Übungsformen z.B. isometrische Übungen und impulserzeugende manipulative Behandlungen ein. Insgesamt gibt es 18 Grundgriffe und 300 Einzelgriffe.

Das System der TUINA Therapie schließt auch die meisten westlichen manuellen Therapieprinzip ein wie Chiropraktik, verschiedene Massagetechniken, Ayurveda-Massage, Shiatzu, Reiki, Fußreflexzonenmassage, Reflexzonentherapie, Therapie nach Brügger, Therapie nach Cyriax, Therapie nach FBL, Therapie nach Maitland, Myofasziale Triggerpunkt Therapie, Dorn Methode etc.

Der Behandlungserfolg hängt von einer sorgfältigen Ausbildung und ausreichender Erfahrung des Behandlers ab, nicht zuletzt auch in Bezug auf Behandlungsintensität und Geschwindigkeit. Der sanfte Therapie-Einstieg, der Vertrauen schafft und auch bei geringer Schmerztoleranz Möglichkeiten eröffnet, die Intensität zurückzunehmen, ist im Prinzip bei chronischen Störungen der richtige Ansatz
Die Vor- und Nachbefragungen zu den Behandlungseinheiten gehören zum Pflichtteil und bringen wertvolle Aufschlüsse über die Gültigkeit des eingeschlagenen Behandlungsweges bzw. dessen Revisionsbedürftigkeit.


Selbstbehandlungen und Behandlungen in der Familie und im Bekanntenkreis sind auch dem primär nicht medizinisch Ausgebildeten zugänglich. Auch ohne vollständige Durchdringung des traditionellen Lehrgebäudes ist ein sinnvoller und nachhaltiger Einsatz der traditionellen Techniken möglich, und unter dem Aspekt einer Medikamenten-Einsparung bei chronischen Leiden kommt TUINA aktuell eine besondere Bedeutung zu.
Gerade in den letzten Jahrzehnten werden aber verstärkt die Störungsmuster und die darauf abgestimmten Praktiken der traditionellen Heilkunst zur Ausgestaltung des Behandlungskonzeptes herangezogen. Dies gilt insbesondere für Behandlungen der Gesundheitsstörungen innerer Organe, neurologischer Strukturen und bei betont vegetativen Symptomkonstellationen.

Aus der Sicht der chinesischen Medizin:
Die Therapie-Strategie hat ein ganzheitliches Ziel. Sie setzt nicht nur lokal Beschwerden
an, sondern bezieht den gesamten Körper mit ein, sowie das Gesamtsystem des Menschen in seiner Umwelt und den Natureinflüssen, die in der westlichen Medizin gerne akzeptierten mechanistischen und eher monokausalen Auffassungen über die Krankheitsentstehung haben dort keinen Raum.
Durch die verschiedenen (auch tiefgreifenden) manuellen Techniken wird Qi und Blut in den lokalen, wie auch in den Ganzköpermeridianen  reguliert. Durch diese Stimulation und Regulation  wird  das Yin & Yang des Körpers und des Funktionskreises der 5 Elemente (chinesisches Organsystem) wieder hergestellt.
Heute haben in China die westlichen Ansätze zur Ursachenforschung und Behandlung von Gesundheitsstörungen einen festen Platz in der Medizin.

Was ist Individuelle Wellness TUINA ?
Individueller Wellness TUINA ist eine Behandlung, zur Gesundhaltung, zur Vorbeugung, zum Abbau von Negativstress und zur Regulation des Ganzkörper-Funktionssystems um Seele und Körper in Einklang zu bringen. Es umfasst manuelle TUINA Techniken und ergänzende Kräutermittel, Steine und Klopftechniken um Qi und Blutenergie in den Ganzkörpermeridianen zu regulieren.

Diagnostik der Tuina Therapie
In der chinesischen Medizin wird die Ursache von Krankheiten, in einem Zusammenspiel verschiedener Faktoren gesehen, und so muss auch eine differenzierte Befundaufnahme erstellt werden. Es wird für jeden Patienten eine Anamnese (Krankheitsgeschichte) erhoben. Erfragt werden u.a. frühere Krankheitssituationen (angefangen von der Familie über das Kindesalter bis zur Gegenwart), um die Konstitution und den allgemeinen Gesundheitszustand zu erfassen. Eine weitere Befragung erfasst spezifische Bedingungen des Patienten (z.B. Temperaturempfinden, Ernährungsverhalten, Schlafverhalten). Das genaue Krankheitsgeschehen und deren Verlauf muss vom Patienten geschildert werden.
In Bezug auf den Bewegungsapparat werden auch schulmedizinische Diagnoseverfahren, wie z.B. Röntgen- oder CT (Computertomogramm) hinzugezogen.
Zur traditionellen chinesischen Diagnostik gehören Puls- und Zungendiagnose, die insbesondere bei der Erstanamnese und bei jeder weiteren Konsultation erfasst werden. Beide Verfahren geben Hinweis auf den aktuellen Zustand der inneren Bedingungen des Körpers.
Des Weiteren werden noch verschiedene Funktionstests ausgeführt, um das Ausmaß von Bewegungseinschränkungen zu erfassen. Mit besonderer Prägnanz und Sorgfalt werden die betroffenen Körperpartien befühlt und untersucht, jedoch erstreckt sie sich auch auf weitere Körperteile, Körperbereiche und die Beschaffenheit von Haut und Gewebe.
Es wird hierdurch nochmals auf die Allgemeinsituation, sowie auf die Partien des Körpers Befunde erhoben, wo Beschwerden lokalisiert sind. Aufgrund des Temperaturverhaltens lässt sich feststellen, ob es sich um einen entzündlichen Prozess, oder um einen Kälteprozess handelt. Auch ein Fülle- oder Leerezustand der betroffenen Region lässt sich beurteilen. Daraus resultiert die Erkenntnis ob es sich um eine Stauungssituation oder eine Mangelversorgung handelt.
Passende Indikationen – Anwendungsmöglichkeiten
Nachfolgende Tabelle gibt einen kleinen Ausschnitt des über TUINA zu behandelnden Diagnosen Spektrums wieder.
Erkrankungen des Bewegungsapparates:
Bandscheibenbedingte Erkrankungen der Wirbelsäule mit und ohne Nerven-wurzelschäden, Schultersyndrome, Periarthritis der Schulter,  Impingementsyndrom, PHS, Epicondylopathien, Arthrosen der Hüft-, Knie- Sprunggelenke und der Wirbelsäule, Überlastungsbeschwerden der Füße, Fersensporn und Schmerz der Plantarfascie, Fybromyalgien, Mb. Bechterew, Rheumatische-Erkrankungen, Cervikalsyndrom, Cervicozephalgie, Cervicobrachialgie (mit NPP), Dorsalgie, BWS,Lumbalgien, Lumboischialgien (mit NPP), ISG Arthrose, M. Piriformissyndrom, Daumensattelgelenkarthrose, Achillodynie,  Myofasziale Triggerpunkte,  Spondylistis ankylosans (M. Bechterew), Halluxrigidus, Nachbehandlungen bei Sportverletzungen und Wettkampfvorbereitung, etc.
Innere Erkrankungen: Arterielle Hypertonie  und Hypotonie, Asthma bronchiale, Bronchitis, COPD, Gastritis, Obstipation, Bauchschmerzen, Refluxösophagitis, Funktionelle Herzbeschwerden, Leichte Formen der Herzinsuffizienz Grad I und II, Diarrhoe, Colon irritable, Gastritis, etc.
Gynäkologie/Geburtshilfe: Periodenstörungen, Geringe oder fehlende Laktation,  unterstützende Maßnahmen im Kreißsaal zur Entbindung und Terminüberschreitung.
Neurologische und vegetative Störungen: Kopfschmerz, Schlafstörungen, Unruhezustände, Schlaganfall, M. Menière, Spastische Lähmungen bei Z.n. Apoplexie, Psychovegetatives Stresssyndrom, Erschöpfungszustände, Allgemeine Reizbarkeit, Nervosität, Vegetative Störungen,  etc.
Schmerzsyndrome
Konzentrationsschwäche, Ermüdung der Sehkraft, Seitliche Kopfschmerzen, Frontale Kopfschmerzen
Schulter-Arm-Schmerzen, Schulter-Arm-Schmerzen mit Nacken- und Hinterkopfschmerzen
Schmerzen der Lendenwirbelsäulenregion, Knieschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden
Sportschäden
Subacromiale Bursitis, Tendinose der langen Bizeps-Sehne
Stauchungsverletzungen der Fingergelenke
Tendinosen der Hand und des Unterarmes
Adduktor-Tendopathie des Oberschenkels
Ischalkural Muskelverletzungen
Apex patellae-Syndrom
Chondropathia patellae
Vorbereitung auf einen sportlichen Wettkampf
Säuglingen und Kindern: Fieber, Bronchitis, Diarrhoe, Hyperaktivität bei Kindern, Bettnässen, Nächtliches Weinen, Obstipation, Übelkeit und Erbrechen, Asthma bronchiale, Schlafstörungen
Allgemein stimulierende und kräftigende Maßnahmen, etc.
Kontraindikationen sind:
    akute Infektionen, Tumoren, akute Verletzungen, chronische Ulzerationen der Haut,
    Lymphangitis, Floride Tbc-Infektionen, Sepsis    
 

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